Digitale Spielerfassung

Zuerst ein Video, um die digitale Spielerfassung zu erklären.

Wie kam es dazu?

Die Idee für die digitale Spielerfassung entstand direkt nach dem Pott Pokal 2025 – und eigentlich aus einem ganz praktischen Problem heraus.

Am Turniertag sagte zunächst eine Mannschaft kurzfristig ab, später folgte noch eine zweite. Der Spielplan war zu diesem Zeitpunkt natürlich längst fertig. Für Maurice bedeutete das: zweimal den kompletten, per Hand mit Hilfe von Excel erstellten Spielplan neu schreiben – mit allen Spielen, Zeiten und weiteren Einteilungen. Gleichzeitig hatten Andrea und Fabian in der Spielleitung während des laufenden Turniers ohnehin alle Hände voll zu tun.

Es musste also eine einfachere Lösung her. Die Idee: die Spielerfassung während der Spiele digitalisieren und gleichzeitig die Organisation und Auswertung des Spielplans deutlich vereinfachen.

Die immer besseren Möglichkeiten durch KI lieferten schließlich das Werkzeug, mit dem Marcel diese Idee auch ohne Programmierkenntnisse selbst umsetzen konnte. Direkt nach dem Pott Pokal begann die Entwicklung. Es folgten viele Entwürfe, Änderungen, stetige Weiterentwicklungen und vor allem unzählige Stunden Arbeit.

Inzwischen hat das System einen Stand erreicht, mit dem es bereits auf mehreren Turnieren erfolgreich getestet werden konnte. Beim Pott Pokal 2026 soll die digitale Spielerfassung nun endlich dort zum Einsatz kommen, wo sie herkommt: im Pott!

Was ist möglich?

Aus der ursprünglichen Idee ist inzwischen weit mehr als nur eine digitale Version der klassischen Spielkarte geworden. Schon vor dem ersten Anpfiff kann aus den vorgegebenen Parametern automatisch ein kompletter Spielplan erstellt werden.

Während des Spiels übernimmt die digitale Spielerfassung dann die Aufgaben der bisherigen Spielkarte. Punkte und Spielzeiten werden erfasst, Spieler ausgewählt und auch Karten oder Verletzungen können dokumentiert werden. Zum Abschluss können die Kapitäne und der Schiedsrichter direkt auf dem Gerät unterschreiben. Aus allen erfassten Daten entsteht anschließend automatisch ein vollständiger Spielbericht.

Gleichzeitig beginnt bereits die Auswertung. Ergebnisse fließen direkt in die Tabellen ein und nach Abschluss der Gruppenphase werden die entsprechenden Mannschaften automatisch in die Endrunde übernommen. Aktuelle Spiele und Ergebnisse können außerdem live auf weiteren Geräten, Fernsehern oder einer Leinwand in der Halle angezeigt werden.

Und wenn während eines Spiels der Akku leer ist oder ein Gerät ausfällt? Dann geht es einfach auf einem anderen weiter. Der aktuelle Stand kann jederzeit wieder aufgerufen und die Erfassung fortgesetzt werden.

Vom Erstellen des Spielplans über die eigentliche Spielerfassung bis hin zur Auswertung und Präsentation der Ergebnisse begleitet das System damit inzwischen nahezu das gesamte Turnier.

Welche Technik steckt dahinter?

Das gesamte System arbeitet unabhängig vom Internet und wird für jedes Turnier direkt in der Halle aufgebaut. Herzstück ist ein eigener NAS-Server, auf dem die Anwendung und alle benötigten Daten bereitgestellt werden. Ein Router und mehrere Repeater sorgen für ein lokales Netzwerk und eine möglichst gute WLAN-Abdeckung in der gesamten Halle.

An den Spielfeldern stehen den Anschreibern Tablets zur Verfügung. Grundsätzlich ist das System aber nicht an bestimmte Geräte gebunden: Alles, was sich mit dem lokalen Netzwerk verbinden lässt und über einen Browser verfügt, kann genutzt werden – vom Smartphone über das Tablet bis zum Notebook.

Die Software selbst wurde mit PHP und JavaScript umgesetzt und arbeitet im Hintergrund mit einer Datenbank. So bleibt das gesamte System in der eigenen Infrastruktur und funktioniert auch dann, wenn in der Halle überhaupt kein Internet zur Verfügung steht.

Ein großer Teil der benötigten Hardware, insbesondere die Tablets für die Spielfelder, konnte durch Spenden finanziert werden. Ohne diese Hilfe wäre die Umsetzung in dieser Form kaum möglich gewesen. Hierfür einen herzlichen Dank!

Was bringt die Zukunft?

Zunächst soll sich die digitale Spielerfassung im Prellball weiter etablieren und bei möglichst vielen Turnieren zum Einsatz kommen. Ein großer Traum wäre es natürlich, wenn das System irgendwann in ferner Zukunft sogar bei Deutschen Meisterschaften eingesetzt würde.

Natürlich gibt es auch schon Gedanken darüber, wie sich das System technisch weiterentwickeln könnte. Denkbar wäre beispielsweise der Weg ins Internet. Aktuell reist die komplette Technik noch mit zum Turnier und wird vor Ort aufgebaut. Würde das System irgendwann auf einem zentralen Server laufen, könnten Veranstalter es selbstständig nutzen, ohne dass Marcel vor Ort sein muss. Auch mehrere Turniere gleichzeitig oder die direkte Bereitstellung von Live-Ergebnissen über eine Website wären dann denkbar.

Und damit sind die Ideen noch lange nicht erschöpft. Eigene Benutzerbereiche, zusätzliche Funktionen für Veranstalter oder neue Möglichkeiten, Spieler, Mannschaften und Turniere miteinander zu verbinden – aus der Spielerfassung könnte mit der Zeit noch deutlich mehr entstehen.

Konkrete Planungen für diese nächsten Schritte gibt es derzeit noch nicht. Es sind Ideen und Gedankenspiele darüber, was aus dem System eines Tages werden könnte.

Angefangen hat alles mit dem Wunsch, Zettel und Stift durch eine digitale Lösung zu ersetzen. Wohin die Reise von dort aus noch geht und was daraus vielleicht einmal für den Prellball entstehen kann, wird die Zukunft zeigen.